Mittwoch, 28. Dezember 2011

Guten Rutsch!

Ich wünsche allen Hunde- und Katzenbesitzern aus der Hundeschule und der Tierärztlichen Praxis für Verhaltenstherapie sowie allen "Ehemaligen" und meinen Lesern viel Glück, Gesundheit, Erfolg und Freude im neuen Jahr!


Ich hoffe auf weitere schöne Stunden mit Ihnen und Ihren Hunden, Katzen und kleinen Heimtieren und würde mich freuen, wenn ich Sie und Ihre Haustiere auch 2012 trainieren, unterstützen, unterrichten, therapieren und fördern darf.


Vielen Dank für Ihr Vertrauen im Jahr 2011. 
Dr. Sybille Ehlers


Termine: Mittwoch, 04.01.2011,16 bis 17 Uhr Welpengruppe
sowie alle individuell vereinbarten Termine und Einzelstunden


Alle neu startenden Kurse finden Sie ab dem 03.01.2012 unter "Aktuelle Kurstermine" auf der Homepage!

Sonntag, 18. Dezember 2011

Weihnachtsgrüße

Die Hundeschule "An der Leine" und die Tierärztliche Praxis für Verhaltenstherapie wünscht allen ihren Kunden und Patientenbesitzern mit ihren Tieren ein frohes und gemütliches Weihnachtsfest!


Ich möchte mich auf diesem Wege für das von Ihnen entgegengebrachte Vertrauen, Ihren Einsatz für Ihre Hunde und Katzen sowie für die gemeinsamen Stunden bedanken.

Ich bin auch zwischen den Feiertagen für Sie da, genaue Termine finden Sie hier.
An Gruppenterminen stehen bislang fest:
Welpenspiel- und Lerngruppe: Mittwoch, 28.12.2011, 13.30 bis 14.30 Uhr
Aufbaukurs Herbst / Winter Zusatztreffen Üben und Toben: Mittwoch, 28.12.2011, 15.00 bis 16.00 Uhr
sowie alle individuell vereinbarten Termine und Einzelstunden!

Frohe Weihnachtswünsche auch von meinen fleißigen "Mitarbeitern" und Helfern:     
Janna und Finn
Dr. Jan Ehlers
Bobo-spezielle Grüße an "Sparringspartnerin" Kira
Lola



Vroni




Dienstag, 6. Dezember 2011

Hunde im Winter

Das ganze Jahr über hatten wir an den Trainingstagen immer sehr viel Glück mit dem Wetter. Leider ist im Moment mehr Regen angesagt. Aber Jammern hilft nichts, auch bei schlechtem Wetter sollten die Hunde gerne mit uns zusammenarbeiten und müssen auch dann trainiert werden. Es stimmt schon, es gibt kein falsches Wetter, es gibt eigentlich nur falsche Kleidung.

Aber trotzdem, statt des Regenwetters hätte ich viel lieber Schnee und finde, es wäre so langsam mal an der Zeit. Da kommt wohl meine bayerische Seele durch.

Und die meisten Hunde lieben Schnee und haben sehr viel Spaß, so wie diese beiden hier:


Ob das in diesem Jahr mit Schnee noch was wird? Hoffentlich!

Donnerstag, 24. November 2011

Rumänien verabschiedet Gesetz zur Euthanasie von Straßenhunden

Trotz Protesten von Tierschützern und Tierschutzorganisationen wurde vor zwei Tagen in Rumänien ein Euthanasie-Gesetz verabschiedet, welches die Tötung von Straßenhunden in Rumänien m.o.w. "legalisiert". Schon seit einigen Jahren werden auch in  Rumänien Straßenhunde "euthanasiert" - der Begriff wird dort allerdings ein wenig anders ausgelegt: anzünden, mit Säure übergießen, erschlagen, ersticken, vergiften etc.
Viele Tierschutzorganisationen und Tierschützer protestieren seit Jahren gegen den Massenmord der Straßenhunde und haben tatkräftige Unterstützung (z.B. in Form von Kastrationsaktionen, Sterilisationsaktionen und weiteren Hilfsmöglichkeiten) angeboten.

Die rumänische Regierung lehnt diese Unterstützung aktuell ab - Grund ist vermutlich, wie auch in der Ukraine in bestimmten Gemeinden so durchgeführt -  die Zahlung von 25 € pro ermordeten Hund, die jeder Bürgermeister Rumäniens aus Steuergeldern erhalten würde, wenn er entscheidet, die Streuner in seiner Gemeinde "auszumerzen".

Wer sich genauer und auf wissenschaftlicher Basis informieren möchte, weshalb auch großangelegte Tötungsaktionen nichts gegen die Überpopulation ausrichten können, findet entsprechende Informationen in PDF-Form durch diesen Klick.
Zitat: "It has been suggested that in some cases mass killing may lead
to redistribution of the surviving animals into newly vacant territories, which may actually increase the rabies risk through increased movement. It is also hypothesised that in a situation where reproduction is limited by access to resources, a sudden reduction in animals through mass killing may allow greater access to resources for the remaining animals, and potentially their reproductive success and survival would increase enabling
them to quickly replace the culled animals. However, to date we are not aware of data that demonstrate these effects." (Seite 11, ICAM, im obigen PDF)
 
Auch bei der World Society for Protection of Animals finden Sie Anregungen, wie Sie im täglichen Leben Tierschutz betreiben können.

Ärzte für Tiere e.V. fordert, zusammen mit anderen Organisationen, ein europaweites Tierschutzgesetz und hat eine Petition erlassen, die am 22.11.11 in Brüssel eingereicht wurde. Auf der Homepage der Ärzte für Tiere e.V. wird weiter berichtet. Hier können Sie helfen.

Weitere Möglichkeiten zu helfen: hier, vor allem auch hier, und zahlreiche weitere Organisationen. Bei Tasso gibt es vorformulierte Protestbriefe. Eine Petition können Sie bei Vier Pfoten unterzeichnen.

Eine informative politische Seite, nichts für Zartbesaitete, finden Sie hier. Dazugehörende Hilfsmöglichkeiten ergeben sich nach diesem Klick.  

Danke für Ihre Mithilfe!

Freitag, 18. November 2011

Ukraine stoppt - angeblich - das Massentöten von Straßenhunden

Seit gestern ist es bekannt: die ukrainische Regierung will die massenhafte Tötung von Straßenhunden einstellen. Grund hierfür war unter anderem auch der Protest der Tierschützer auf der ganzen Welt.

Das Umweltministerium der ukrainischen Regierung habe alle Kommunen aufgefordert, das Töten der Straßenhunde einzustellen. Stattdessen sollen Tierheime gebaut werden.... aber das Land ist sehr arm. Deshalb ist diese Aussage recht fraglich.
Weiterhin ist es mehr oder weniger offensichtlich, dass die Tierheime dort binnen kürzester Zeit überfüllt wären und die Hunde dann eben nach einer kurzen Frist im Tierheim getötet werden würden - wahrscheinlich auf die gleiche grausame Art und Weise. Möglicherweise wären Kastrationsaktionen das einzig sinnvolle Verfahren - nicht nur in der Ukraine, sondern überall, wo es streundende Tiere gibt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Kastrationsaktionen weltweit zu unterstützen. Hier finden Sie Informationen zu den Eingriffen.

Im Moment ist das Morden allerdings noch nicht gestoppt, es gibt noch keine Bestätigung, dass nach der Aufforderung, die Aktionen zu beenden, das Töten auch wirklich eingestellt ist. Laut der Aktivistenseite: EM 2012 ohne Tiermassaker liefen die Aktionen immer noch weiter. Update: aktueller Bericht - es ist noch nichts passiert.

Neueste Informationen über den Stand in der Ukraine finden Sie hier und auch hier (Bericht über eine Betreiberin eines Tierheimes in Kiew).

Bitte trotz scheinbarer Entspannung der Lage weiter zeichnen! Weitere Hilfsmöglichkeiten hier. Spenden sind an ETN - eV. möglich.




 Dankeschön!!

Donnerstag, 17. November 2011

Massaker in der Ukraine zur EM 2012 - Helfen Sie mit!!

Liebe Leser,

im Zuge der Vorbereitungen zur EM 2012 in der Ukraine werden die Straßenhunde und - katzen dort im Moment auf bestialische Art und Weise gemetzelt. Es gibt zirka eine Viertel Million herrenloser Hunde und Katzen dort - all diesen droht dasselbe Schicksal. Und das alles im Namen des Sports...

Bitte helfen Sie alle mit und zeichnen Sie auf dieser Homepage (bitte klicken) unter der Rubrik "Tu etwas" - es geht ganz schnell und einfach!

Bitte verbreiten Sie die Information, treten Sie in einer entsprechenden Facebook-Gruppe bei oder senden Sie den Link an Freunde und Bekannte.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Angeblich habe das Ministerium auf internationalen Druck hin heute entschieden, die Tötungsaktion zu beenden: hier klicken.

 Zur Sicherheit bitte trotzdem zeichnen - Danke!

Donnerstag, 10. November 2011

Welpen im Winter

Soll man sich in der kalten Jahreszeit einen Welpen anschaffen? Ja, warum nicht!
Es gibt ein paar Gründe, die dafür sprechen, einen Welpen aus einem Herbst- oder Winterwurf in die Familie zu holen.

Die meisten Hundebesitzer erwerben ihre Welpen im Frühjahr, Sommer und Herbst. Argumentiert wird mit dem Training zur Stubenreinheit. Gut, es ist definitiv so, dass man, bis der Welpe stubenrein ist, ab und zu überstürzt nach draußen muss – dies ist unbestritten im Sommer einfacher. Allerdings lernt ein Winterwelpe schneller, sich auch bei schlechtem Wetter rasch zu lösen und hat so gegenüber einem Welpen aus dem Sommer einen Vorsprung. Es gibt viele Hunde, die sich, wenn sie es nicht kennen gelernt haben, ungern und erst nach langem Zögern bei schlechtem Wetter, Schnee oder Regen lösen. Ein Winterhund kennt diese Zustände von Anfang an und wird viel weniger Probleme haben.

Für den Welpenbesitzer empfiehlt sich allerdings, warme Schlupfstiefel und Daunenmantel bereit zu halten, damit man auch im Winter schnell nach draußen kommt (zur Not mit Pyjama unter dem Mantel). Es ist sehr wichtig, auch im Winter die Stubenreinheit zu fördern und für jedes auch noch so kleine Geschäft nach draußen zu gehen. Ein Antrainieren einer Zimmertoilette (Zeitungspapier, Kiste oder ähnliches) verlängert und erschwert den Prozess des Sauberwerdens sehr stark und kann unter Umständen dazu führen, dass der Hund erst sehr spät oder nie richtig stubenrein wird. Das Anziehen der Winterkleidung, um nach draußen zu gehen, ist also ein kleiner Nachteil, wenn ein Welpe im Winter erworben wird. Den kleinen Nachteil hat allerdings der Hundebesitzer und nicht der Hund…..


Ein weiterer Vorteil ist, dass dem Welpen in den Wintermonaten nach jedem Spaziergang höchstwahrscheinlich die Pfoten abgetrocknet werden und der Kleine so ganz häufig „Handlingsübungen“ und Berührungen erfährt. Das ist ideal, denn so gewöhnt sich der Welpe daran, dass ein Angefasst-werden oder Abgerubbelt-werden etwas Angenehmes sein kann (wenn angemessenes Verhalten entsprechend belohnt wird) und wird sich später bei Manipulationen und Berührungen nicht aufregen müssen.

Im Hinblick auf Sozialisierungsprozesse findet ein Winterwelpe ideale Zustände vor: er lernt viele nette, aber „vermummte“ und eingepackte Menschen kennen; Menschen mit dicker Kleidung und Winterstiefeln, die sich anders bewegen als mit leichten Sommersandalen. Oft werden Mützen und Regenschirme getragen, raschelnde Überjacken flattern im Wind, der Boden knirscht unter den Schritten – alles Erfahrungen, die man als junger Hund machen sollte. Zudem ist es im Winter meist sehr früh dunkel, so dass die Kombi „ungewöhnliche aussehender Mensch – dunkel“ hier gleich gut trainiert werden kann. Viele Hunde sind in der Dämmerung und im Dunkeln unsicher. Der Welpe aus einem Herbst- oder Winterwurf lernt es gar nicht anders kennen und kann gerade solche Erfahrungen eventuell noch in der sensiblen Phase machen. Er erfährt innerhalb dieses wichtigen Zeitrahmens, dass es in der Dunkelheit nicht unbedingt gefährlicher ist. Das ist ein Vorteil, denn die Dämmerung macht vielen Hunden Probleme. Besorgen Sie sich für die Sicherheit  im Winter ein Leuchthalsband oder einen Leuchtanhänger für Ihren Hund, damit er auch im Dunkeln gesehen werden kann.

Lange Spaziergänge sind, wie Sie alle wissen, mit einem Welpen sowieso noch nicht möglich. Die kleinen, aber häufigen Welpenrunden kann der kleine Hund auch bei Eis und Schnee bewältigen; sogar etwas größere Runden sind drin, wenn es nicht gleichzeitig regnet, eiskalt und windig ist. Im Frühjahr, wenn richtig große Spaziergänge möglich sind, die Sonne scheint und alle voller Tatendrang stecken, ist der Kleine schon ein Junghund und wahrscheinlich zu allen Schandtaten bereit. Ein Frühjahrswelpe kann Sie leider nicht auf große Runden begleiten, der Winterhund schon. Im Sommer sind dann schon Wanderungen und ausgedehnte Trainingsspaziergänge möglich.


Im Winter passiert meist noch etwas sehr Wichtiges: Der Kleine kann nicht stundenlang im Garten „abgestellt“ oder einfach auf der Hundewiese mit anderen Hunden zum Laufen geschickt werden, so dass sich der bemühte Hundebesitzer während des Winters viele Gedanken dazu macht, wie er den Welpen auch bei schlechtem Wetter geistig auslasten kann. Das ist toll, denn im Sommer scheint es einfach zu sein: man geht einfach zur Hundewiese, wo sich andere Hunde befinden und lässt den Hund mitlaufen. Der Welpe, der im Winter groß wird, lernt gleich von Anfang an, dass der Besitzer viel, viel toller ist als alle anderen Hunde, denn Herrchen oder Frauchen initiiert Spaß und Aktionen und sorgt für Beschäftigung und gemeinschaftliche Aktionen. Wunderbar, dann fällt alles weitere Training viel, viel leichter, wenn die Bindung durch Denkspiele und Aktionen auf der Basis positiver Verstärkung so intensiv aufgebaut wird. Da hat es mancher Hundebesitzer, der sich nicht so um den kleinen Hund bemüht hat, etwas schwerer. Zusätzlich fehlt dem Sommerhund im Winter noch die gewohnte „Beschäftigung“ durch Toben mit anderen Hunden – man trifft nicht mehr so viele Hunde. Oft zeigen sich dann erst die Versäumnisse.

Auch die Spaziergänge mit dem Welpen im Winter werden mit viel Bewegung und Aktionen abgehalten, damit der Kleine nicht abkühlt. Das ist toll, denn wenn nur getrottet wird, kann ein Hund schnell unterfordert sein und sich interessantere Beschäftigungen suchen. Das Wild ist im Winter viel besser zu sehen, hier kann gleich trainiert werden, dass das Auftauchen von Wild nicht bedeutet, gleich hinterher rennen zu dürfen. Ideale Übungsverhältnisse, bei welchen Sie z. B. unsere Antijagdübungen aus dem Welpenkurs einsetzen und trainieren können. Apropos Welpenkurs und Welpengruppe: wir trainieren das ganze Jahr über, Sie sind auch im Winter herzlich willkommen. Die Stunden werden so gestaltet, dass die Kleinen nach Möglichkeit nicht frieren. Im Winter gibt es bei uns jahreszeitspezifische Sonderthemen, Übungen und wichtige Tipps für die kalte Jahreszeit.


Für alle Aktionen in der Kälte ist wichtig: viel bewegen, danach abrubbeln und wärmen – im Notfall nehmen Sie einfach ein Handtuch mit. Die Kombination Kälte – Nässe – Wind kann zur Auskühlung und im schlimmsten Fall zu Erfrierungen führen, bei solchen Witterungsverhältnissen lieber nicht zu lange draußen bleiben. Die bei solchem Wetter verkürzte Aktivität draußen kann dann innerhalb des Hauses durch Denk- und Lernspiele wieder ausgeglichen werden. Für Rassen ohne Unterwolle empfiehlt sich entsprechende „Hundekleidung“; ansonsten ist bei ausreichender Bewegung kein Einpacken des Welpen nötig, da die Welpenaktionen sowieso nicht stundenlang abgehalten werden sollten. Am Straßenrand empfiehlt sich, zunächst ein „Steh“ statt eines „Sitz“ zu trainieren. Das „Steh“ wiederum brauchen Sie dann zu Hause zum Abtrocknen des Hundes – viele Gelegenheiten, um zu lernen.

Die meisten Hunde lieben den Schnee und ein Winterwelpe noch viel mehr, da er Schnee von Anfang an kennen lernen darf. 

Übrigens ist der alte Mythos, im Herbst oder Winter geborene Hunde- oder Katzenwelpen („Herbstkätzchen“) seien infektanfälliger, heutzutage nicht mehr haltbar. Natürlich gilt dies nur, wenn Sie ein wenig auf Ihren Hund Acht geben.

Deshalb: es gibt keinen triftigen Grund, mit der Welpenanschaffung bis zum Frühjahr zu warten! Hündinnen sind bezüglich des Zyklus asaisonal, das bedeutet, dass sie das ganze Jahr über läufig werden und Welpen haben können (im Gegensatz zu Wildtieren, die spezielle Fortplanzungsphasen haben, z. B. Füchse im Januar, Februar). Es gibt also das ganze Jahr über Welpen.

Noch einige Tipps für die kalte Jahreszeit, egal, ob Welpe oder erwachsener Hund:
-          Zum Schutz vor Streusalz und Kälte sollten die Ballen des Hundes vor dem Spaziergang mit Melkfett oder Vaseline – etwas sehr Fettiges – eingerieben werden. Streusalz kann Beschwerden an den Pfoten erzeugen, besser ist es, dem durch Vaseline vorzubeugen.
-          Hunden mit starker Behaarung kann das Fell zwischen den Ballen und Zehen ein wenig gekürzt werden. So gibt es keine Eisklumpen unter den Pfoten. Wenn der Hund auf dem Spaziergang plötzlich stehen bleibt und nicht mehr weiter will, sehen Sie nach, ob sich ein Eisklumpen unter der Pfote gebildet hat. Diese können meist gut zerdrückt werden und der Hund kann wieder laufen.
-          Nach dem Spaziergang sollten Sie das an den Pfoten angesammelte Schnee-Eis-Salz-Gemisch mit einem Handtuch oder bei gefrorenen Klumpen mit lauwarmem Wasser entfernen.
-          Wenn es früher dunkel wird, empfehlen sich reflektierende Halsbänder, Leinen oder Geschirre oder Leuchthalsbänder bzw. Blinkies, die am Halsband befestigt werden können. So ist Ihr Hund besser zu sehen. Eine Flexileine kann im Dunkeln übrigens nicht erkannt werden – es besteht Verletzungsgefahr für Passanten, Radfahrer und andere Hunde!
-          Bei großer Kälte sollten Sie lange Spaziergänge meiden, lieber einen großen Rundgang auf viele kleine Runden aufteilen, so dass Ihr Hund nicht durchfrieren kann. Auf dem Spaziergang selbst ist es wichtig, dass der Hund sich viel bewegt. Langes Warten oder Verbleiben in Eis und Schnee ohne Bewegung sollte vor allem, wenn es zusätzlich nass und windig ist, vermieden werden. Beobachten Sie Ihren Hund und brechen Sie den Spaziergang lieber ab, wenn Ihr Hund den Eindruck macht, er würde frieren. Auch im Auto sollte Ihr Hund im Winter nicht lange warten müssen.
-          Lassen Sie Ihren Hund bitte nicht auf Eisflächen – er könnte einbrechen. Vorsicht mit Ballspielen oder anderen wilden Aktivitäten auf gefrorenen Böden, es besteht Verletzungsgefahr für den Hund.

Und: Vorsicht mit dem Yeti!!

Beware of Yeti!!


Mittwoch, 9. November 2011

Gibt es einen Welpenschutz?

In der Hundeentwicklung ist ein junger Hund nur bis zur zirka 16. / 18. Lebenswoche noch ein Welpe. Danach wird er bereits als Junghund eingestuft. Oft sind Hundebesitzer der Meinung, ein Hund wäre mit fünf, sechs Monaten noch ein Welpe. Die Menschen verlassen sich dann auf den vermeintlichen „Welpenschutz“, um unangemessenes oder aufdringliches Verhalten ihres Hundes gegenüber erwachsenen oder anderen Hunden nicht zu unterbinden, sondern zuzulassen.
Es wird davon ausgegangen, dass der Welpe oder junge Hund mehr oder weniger Narrenfreiheit besitzt und von keinem anderen Hund dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Muss ein erwachsener Hund einmal deutlicher zeigen, dass er keinen Kontakt möchte, so wird er schnell als „bösartig“ eingestuft. Im Grunde aber entsteht das Problem durch mangelndes Wissen! 

Narrenfreiheit?
 Warum ist es so wichtig, dass der Hund „höfliches“ Verhalten erlernt und man ihm dabei helfen sollte?

Bedenken Sie bitte, dass es den generellen Welpenschutz nicht gibt. Einen Schutz des Welpen gibt es nur innerhalb der eigenen Hundefamilie und hier aus dem einfachen Grund, dass alle miteinander verwandt sind. Zudem lernen die Kleinen sehr schnell, was die Eltern tolerieren, und was nicht.

Hunde, die sich im Alltag treffen, sind nur in den seltensten Fällen miteinander verwandt.

Hier ist der Welpe oder junge Hund nur dann geschützt, wenn er in der Lage ist, die richtigen Verhaltensweisen zu zeigen bzw. wenn er „höfliche Umgangsformen“ besitzt.

Wie laufen solche Begegnungen meistens ab?

Ein erwachsener Hund wird einen Welpen oder Junghund meist ignorieren und sich abwenden. Wird der Welpe oder Junghund nun zu aufdringlich oder frech und akzeptiert nicht, dass der erwachsene Hund nicht auf ihn eingehen will, so ist es aus Hundesicht völlig normal und nicht bösartig, wenn er hierfür vom erwachsenen Hund in die Schranken gewiesen wird.
Dieses „In – die – Schranken – weisen“ erfolgt bei gut sozialisierten älteren Hunden in der Regel durch mehrmaliges deutliches Ignorieren und Abwenden oder Ausweichen (dabei sind erwachsene Hunde meist sehr geduldig, der junge Hund bekommt viele „Chancen“, richtiges Verhalten zu zeigen). Hört der junge Hund nicht auf und bedrängt das Gegenüber weiter, kann sowohl ein Anknurren und bei weiterer „Belästigung“ auch ein angedeutetes Schnappen in die Luft gezeigt werden. Dabei besteht keine Verletzungsabsicht, es liegt eine deutliche Hemmung vor – direkter Körperkontakt ist selten nötig. Wenn Ihr Welpe oder Junghund gut sozialisiert ist, so wird er das Verhalten des älteren Hundes sofort verstehen und seine Bemühungen einstellen.
Es ist nicht richtig, dem erwachsenen Hund hier Aggressivität oder mangelnde Sozialisation zu unterstellen. Aus Hundesicht verhält er sich völlig normal.

Es kann vorkommen, dass ernsthafte Verletzungen entstehen. Dies passiert vor allem dann, wenn der erwachsene Hund keine gute Sozialisation genossen hat. Hunde, die nicht auf Artgenossen sozialisiert wurden bzw. den Umgang mit Artgenossen nicht lernen durften, können sehr heftig reagieren. Oft sogar ohne vorheriges Drohverhalten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie mit Ihrem Welpen an einer guten Welpengruppe teilnehmen – nicht auf Artgenossen und verschiedene Menschen sozialisierte Hunde können in verantwortungslosen Händen eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.

Generell ist wichtig, dass Sie immer bedenken: Wenn Ihnen (egal, ob Sie ein Welpenbesitzer sind oder einen erwachsenen Hund besitzen) ein anderer Hundebesitzer entgegen kommt, der seinen Hund angeleint führt, so nehmen Sie bitte Ihren Hund auch an die Leine oder bringen Sie ihn in Ihrer Nähe unter sichere Kontrolle. Der andere Hundebesitzer wird einen Grund haben, weshalb er seinen Hund an der Leine führt. Bitte nehmen Sie Rücksicht und respektieren Sie das andere Hund-Halter-Team. Diese Regel sollte in guten Hundeschulen schon ab der Welpengruppe und in allen weiteren Kursen vermittelt werden. Und, wenn wir ehrlich sind, würden sich alle Hundebesitzer daran halten, könnten viele Konflikte vermieden werden! Eine schöne Vorstellung.

Besser nicht!
Wenn ein Welpe nicht gelernt hat, Gesten eines erwachsenen Hundes bzw. Mimik und Ausdruck eines Artgenossen zu verstehen und nicht aufhört, ihn zu bedrängen, bleibt (wenn Sie als Halter nicht sehen, dass Ihr Hund einen anderen Hund belästigt) dem bedrängten Hund keine andere Wahl, als zu reagieren. Deshalb achten Sie bitte auf Ihren Welpen oder Junghund und verhindern Sie, dass der andere Hund Ihre Aufgabe übernimmt und deutlich werden muss.
Es ist wichtig zu erkennen, dass der eigene Hund sich gerade unhöflich benimmt. Nehmen Sie Ihren Hund aus der Situation und verhindern Sie, dass er unhöfliches und provokantes Verhalten einübt.

Bitte verhindern Sie, dass Ihr freilaufender Welpe (aber auch Ihr älterer Hund) einen angeleinten anderen Hund belästigen kann. Dieser ist durch die Leine in seinen Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten stark eingeschränkt und kann somit nicht angemessen kommunizieren – er wird eventuell heftiger reagieren.

Schützen Sie Ihren Hund und helfen Sie ihm, unangemessenes Verhalten erst gar nicht einzuüben. Den Welpenschutz gibt es nicht!

Freitag, 30. September 2011

Hundehaltung, Emotionen und Grenzen – wo ist eigentlich der Mittelweg?

Viele Menschen sind heutzutage nicht in der Lage, Hunde als das anzusehen, was sie sind: extrem gut an das Zusammenleben mit Menschen angepasste domestizierte Tiere, aber immer noch Hunde oder eben auch einfach nur Hunde (und definitiv keine Wölfe mehr!). Gleichzeitig sind unsere Begleiter auf uns angewiesen, uns mehr oder weniger ausgeliefert und somit sind sie auch  unsere Schutzbefohlenen – wir sind für das Wohlergehen unserer Hunde verantwortlich.

In der Hundehaltung und –erziehung findet man auf allen Seiten oft Extreme. Hunde werden wie Kinder behandelt, werden vermenschlicht und dadurch verkannt – ein Hund ist und bleibt ein Hund und kann somit nur wie ein Hund reagieren und Dinge verstehen. Zu viel Vermenschlichung verwirrt Hunde und erzeugt Probleme. Die andere Seite wiederum ist die ewig alte Dominanzleier, antike Rangordnungsgedanken, Disziplin, der Haushund als „böser Wolf“. Auch diese Fraktion sorgt für Leid bei Hunden. Ein Hund kann seinen Menschen ja nicht einfach verlassen, traurig, aber wahr.
Ein Hund ohne Grenzen und Regeln ist ebenso schlimm wie ein Hund, der nur noch Angst vor seinem Besitzer hat. Und beide „Sorten“ Hund leiden!

Im Alltag trifft man immer wieder ratlose Hundebesitzer, die durch zu viel verschiedene Informationen aus zu vielen unterschiedlichen Quellen zutiefst verunsichert sind - der eine „Experte“ rät dies, der andere das, beim Thema Hunde meist mit einer Vehemenz, dass einem Angst und Bange werden kann. Manche Hundehalter „probieren“ eine Woche lang eine Methode, dann die nächste und nächste, oft ohne sich ausreichend informiert zu haben und detailliert vorgehen zu können – der Hund hat gar keine Chance, zur Ruhe zu kommen und klare Signale zu empfangen, wenn sein Besitzer ständig die Vorgehensrichtung und sein Verhalten ändert.

Besorgniserregend finde ich, dass die „groben“ und körperlichen Methoden (Bedrohen, Zwicken, Kneifen, Anrempeln, Niederdrücken und weitere Grobheiten) leider wieder zunehmen. Liebe Leute, wenn ich in nächster Zeit noch jemanden sehen muss, der seinen Hund anzischt oder anknurrt, ihn mit dem Knie stößt, in die Flanke zwickt oder durch die Gegend schubst, dann, glaube ich, drehe ich durch. Dieses Vorgehen ist Einsatz von Bestrafung (auch wenn die Methode einen noch so beschönigenden Namen hat), die keine für den Hund in dieser Situation umsetzbare Alternative beinhaltet. Das ist natürlich einfach für diese Menschen. Man muss sich nicht detailliert überlegen, wie man den Hund zu anderen Verhaltensweisen motivieren kann – und schon gar nicht, was man als Hundehalter falsch gemacht hat. Wie, frage ich mich, kann es denn in einer guten Beziehung erst so weit kommen, dass man grob werden muss?
Es wird oft argumentiert, dass grobe Methoden angewendet werden, weil die ganze „Konditionierungsgeschichte“ ja sowieso nicht oder nur unter Laborbedingungen funktionieren würde. Mit ein wenig Ahnung wüsste man, dass auch der Einsatz von Strafe und Negativreizen nach lerntheoretischen Grundsätzen verläuft und eine Konditionierung ist. Pavlov und Skinner  kann man nicht entkommen, auch nicht, wenn man grob arbeitet. Und dieses Lernen findet auch in Feld, Flur und Alltag statt.

Wie findet man das Mittendrin? Wie zeigt man Grenzen, muss aber nicht grob werden?
Mittelweg?
Indem man sich nicht verstellen muss (der Hund merkt das sofort!), authentisch bleiben kann, den Hund als Schutzbefohlenen respektiert und sich Wissen aneignet. Über das Lebewesen, für welches man Verantwortung übernommen hat, Bescheid zu wissen und es gut zu behandeln, ist die Pflicht eines jeden Tierhalters. Das Wissen sollte auf dem aktuellsten Stand der Forschung sein. Dann wäre auch klar, dass sowohl das Umsetzen hündischer oder wölfischer Verhaltensweisen als Mensch, als auch eine Vermenschlichung des Hundes nicht der Weg sein kann. Sie sind kein Hund und kein Wolf, Ihr Hund ist kein Mensch, er weiß das.
Wissen muss manchmal angepasst werden!
Kritisch hinterfragen sollte man immer alle „Methoden“, die einen üblen Nachgeschmack hinterlassen und bei welchen man grübeln muss, ob das wohl das Richtige für sich und den Hund ist. Wenn man die Empfehlungen nicht umsetzen kann, ist es wichtig, sich dies einzugestehen und den Trainer darüber zu informieren – ein guter Trainer ist flexibel und kann das für Sie passende Vorgehen finden, ohne dass er Ihnen zu etwas rät, was Ihnen zuwiderläuft oder was Sie nicht umsetzen können – sei es, weil Sie nicht der Typ Mensch sind, sich verstellen müssten oder weil es für Ihren Hund eben nicht passt. Ein guter Trainer wird auch niemals grob gegen Ihr Tier und sollte in der Lage sein, Ihnen gewaltlose Mittel an die Hand zu geben. Es kann nicht angehen, dass irgendjemand gegen Hunde anderer Menschen Gewalt anwendet (oder diese anrät). Da sollten doch, bei gesundem Menschenverstand, alle Alarmanlagen angehen! Wie würden Sie reagieren, wenn jemand gegen Ihr Auto rempelt oder Ihnen anrät, Ihr Kind oder Ihren Partner zu zwicken oder auf den Boden zu drücken?

Eindeutige Grenzen und klare Kommunikation sind natürlich nötig – Grobheiten, aber auch Vermenschlichung sind völlig unnötig. Mit „Grenzen setzen“ ist nicht das Schubsen, Zwicken oder anderweitige Strafen von Hunden gemeint, wie es landläufig so schnell verstanden wird.

Grenzen oder Regeln müssen vom Hund (und vom Menschen) individuell umsetzbar sein sowie willentlich eingehalten werden können. Allerdings muss man auch in der Lage sein, situationsangepasste Forderungen zu stellen – das ist der Knackpunkt. Menschen verlangen Dinge, die der Hund in dieser Situation nicht oder noch nicht leisten kann.
Verhalten, das angeboren und instinktiv ist, wie beispielsweise Jagdverhalten, ist für den Hund kaum willentlich steuerbar, eine „Unterlassung“ kann demnach nur schwer aktiv und bewusst von Seiten des Hundes eingefordert werden. Auch die ablaufende Reaktionskaskade des Körpers bei angstmotiviertem Verhalten oder anderen starken Emotionen kann vom Hund (und auch von uns Menschen) nicht willentlich gesteuert werden – wenn Sie Angst haben oder Wut empfinden, dann können Sie dies nicht so einfach abstellen. Ein „Grenzen setzen“ in höchst emotionalen Situationen ist also kaum problemlos möglich, schon gar nicht, wenn die „Grenze“ durch Grobheiten gesetzt wird. Bei allen Grenzen ist es unabdingbar, sich Gedanken zur Motivation des Hundes zu machen, sonst ist es absurd, sie erst zu setzen, wenn der Hund bereits im autonomen emotionalen Reaktionsbereich ist.
 Auch der Hundehalter ist manchmal überfordert: wenn er in dem Moment, in welchem er etwas vom Hund verlangt, dieses nicht wirklich will bzw. verinnerlicht hat (oder nur tut, weil es bei XY auch geklappt hat etc.), ist er nicht „ehrlich“ – Hunde können das schnell feststellen. Er / Sie ist also schlicht nicht authentisch und somit keine Leitfigur oder Führungspersönlichkeit für den Hund. 

Konsequenz und klare Kommunikation sind immens wichtig, aber der Begriff Konsequenz beinhaltet nicht Körperlichkeiten, Strenge und Druck , sondern bezieht sich auf Klarheit und Verlässlichkeit – Sie sollten für Ihren Hund immer und überall dieselbe Person sein und eindeutig kommunizieren, Ihre Regeln und Signale sollten immer und überall gleich gelten – das geht sehr wohl auch freundlich und ruhig! Auch Einschränkungen können und sollen situationsbezogen freundlich-neutral gesetzt werden, zum Beispiel über Misserfolg in dieser Situation bzw. ein Ausbleiben des Erfolges – der Hund soll schlicht nicht „zu Potte“ kommen.

Der ideale Weg wäre, in Situationen, die kritisch sind, ruhig und besonnen zu reagieren (ohne Gewalt) und zunächst außerhalb der Extremsituation an einer Verhaltensänderung zu arbeiten. Gleichzeitig sollte tagtäglich, so oft es möglich ist, wahrgenommen werden, wenn der Hund etwas richtig macht. Richtiges Verhalten sollte dem Hund durch Lob und Anerkennung mitgeteilt werden. Wie ist Ihr Verhältnis von Einschränkung zu Bestätigung? Wie oft loben Sie, wie oft verbieten Sie? Wenn Sie mehr verbieten müssen, als Sie bestätigen können, können Sie und Ihr Hund nicht zufrieden sein.

Machen Sie sich und Ihrem Hund nicht das Leben schwer, indem Sie permanent nur das Fehlverhalten wahrnehmen, dieses „korrigieren“ und den Hund daran messen. Der Gute weiß nämlich nicht, was in Ihren Augen das „richtige“ Verhalten ist – helfen Sie ihm, indem Sie es gleich wahrnehmen und loben oder ihn anleiten und ihm freundlich zeigen, was Sie sehen wollen. Sonst muss er in Ermangelung von Möglichkeiten – er hat ja von sich aus oft keine gute Alternative zur Hand (Ihr Hund verfügt nicht über ein so hoch spezialisiertes Gehirn wie Sie) – den Fehler immer wieder machen. Und glauben Sie mir, wenn Sie und Ihr Hund eine wirklich gute Beziehung haben, müssen Sie ihn nicht körperlich angehen.
Ihr Hund wird Sie lange Zeit begleiten und es ist wichtig, dass Sie ein gutes Team sind, Ihr Hund sich auf Sie verlassen kann, sich an Ihnen orientiert und gerne mit Ihnen zusammen ist und arbeitet. Auch Sie sollen Freude am Umgang mit Ihrem Hund haben – deshalb wurde er doch angeschafft und nur so können Sie wirklich „führen“.

Mittwoch, 14. September 2011

Jagdverhalten beim Hund - warum ist es so schwer zu beeinflussen?

Die Felder sind abgeerntet, der Leinenzwang ist schon seit Monaten aufgehoben, freie Sicht und viel Möglichkeiten für Hunde, weite Strecken frei zu laufen…..Auf der anderen Seite das Wild, sich auf den Winter vorbereitend, die Jungtiere noch an der Seite – karge Zeiten stehen an, der Winterspeck muss angefressen werden.

Der Hundehalter ist für seinen Hund in jedem Falle und immer verantwortlich, vergisst aber gerne, dass er ein gut bewaffnetes und effektives Raubtier als Begleiter hat. Wie kann es passieren, dass ein Hund jagt und warum ist ein Jagdproblem so schwierig in den Griff zu bekommen?

Raubtier? Aber ja!

Einer der Hauptgründe für die Domestikation des Hundes war seine Fähigkeit, Beute zu erjagen und so als nützlicher Jagdgehilfe eingesetzt zu werden. Im Laufe der Jahrhunderte erfolgte zusätzlich eine starke Zuchtauswahl im Bezug auf jagdliche Eigenschaften. Bestimmte Fähigkeiten wurden gezielt verstärkt und herausgearbeitet.
Leider bestehend diese Mechanismen auch noch beim heutigen, gut gefütterten Haushund. Kein Hund muss mehr seine Nahrung erjagen, aber der „Instinkt“ ist immer noch vorhanden. Jeder Hund ist aus zoologischer Sicht ein Beutegreifer, ein Raubtier (auch der niedliche Papillon oder der kleine Yorkshire-Terrier – gerade dieser wird oft verkannt, Yorkies sind sehr mutige Jäger!). Auch Hütehunde zeigen beim „Hüten“ stilisiertes Jagdverhalten, die Verhaltenssequenz wird durch zuchttechnische Maßnahmen jedoch nur bis zum Hetzen und Erfassen gezeigt. Der Tötungsbiss und das Beißschütteln bleiben aus, aber der Bereich des Hütens ist im Grunde Jagdverhalten ohne Endsequenzen.

Das Jagdverhalten des Hundes zeigt deutliche Unterschiede zu aggressivem Verhalten. Ein jagender Hund ist mehr oder weniger emotionslos. Er hetzt eine potentielle Beute mit dem Ziel, die räumliche Distanz zu verkleinern und das Beutetier zu töten. Ein jagender Hund zeigt keine Kommunikation mit dem Beutetier.
Im Gegensatz hierzu steht die affektive Aggression, die das Ziel hat, die Distanz zu einer Bedrohung zu vergrößern. Gleichzeitig ist das Tier hochgradig emotional und versucht, den Konflikt über Kommunikation mit dem Gegenüber zu beeinflussen (Imponierverhalten, drohen oder Knurren, Submission etc.).

Hinsichtlich der Neurophysiologie ist von Bedeutung, dass das Jagdverhalten des Hundes bereits bei seiner Ausübung, also auch ohne das Beutetier zu erreichen, über körpereigene Opiate (Endorphine, Botenstoffe im Gehirn) direkt belohnend wirkt. Somit wird bereits beim Hetzen der Beute ein Hochgefühl erzeugt und das Verhalten selbst am Laufen gehalten – auch ohne jeglichen Beuteerfolg! Jagdverhalten wird zudem unabhängig von Hunger ausgelöst, da ein Raubtier jede Chance nutzen muss; wer weiß, wann es das nächste Mal wieder etwas gibt. Jede Jagdmöglichkeit wird, wenn möglich, angenommen, aus rein neurophysiologischen Gründen. Jagen ist ein in hohem Maße selbstbelohnendes Verhalten und somit, wenn man gegensteuern möchte, sehr arbeitsintensiv. Besser, man lässt es gar nicht so weit kommen.

Das Jagdverhalten ist Hunden angeboren. Auslösereize sind zunächst optischer Natur - Objekte, die sich schnell bewegen und durch die Bewegung ein Folgen und Hetzen auslösen. Dementsprechend können auch Jogger, Radfahrer, Skateboarder, rennende Kinder, Autos oder Traktoren und andere Tiere neben Wild ein Hetzen auslösen. Was genau Objekt der Jagdleidenschaft eines Hundes wird, hängt von Lernvorgängen und persönlichen Erfahrungen des Tieres ab. Die Geruchsfähigkeiten im Hinblick auf Beute sind größtenteils erlernt, vornehmlich dann, wenn nicht bemerkt wird, dass der Hund Jagdverhalten zeigt und so viel „üben“ kann.

Das kritische Alter für eine beginnende Jagdleidenschaft liegt bei ungefähr sechs Monaten. Der Prozess unterliegt einer individuellen Entwicklung und Reifung. Bei manchen Hunden kann eine Jagdleidenschaft schon weit früher beobachtet werden, bei anderen treten die Ambitionen erst später zu Tage. Sehr viele Hunde „schauen“ sich Jagdverhalten bei anderen Hunden ab und kommen dann selbst auf den Geschmack…..

Meist wird das für den Halter sehr unangenehme Verhalten dann deutlich, wenn der Hund immer häufiger Jagdversuche startet oder gar während einer Hatz verschwindet und erst viel später wieder auftaucht. Dann ist der Hund leider so richtig auf den Geschmack gekommen und man muss durch Training gegensteuern. Jagdverhalten ist angeboren, man kann es nicht „heilen“, sondern nur kontrollierbar machen.

Was ist für Sie als Hundehalter wichtig?

Jeder jagende Hund sollte kontrolliert werden können. Der Hund bringt sowohl das Beuteobjekt (sei es nun ein Hase, ein Reh oder ein Jogger / Radfahrer), als auch sein eigenes Leben in Gefahr.

Präventive Maßnahmen sollten bereits beim Welpen ergriffen werden. Bitte bedenken Sie immer, dass Ihr kleiner Hund irgendwann einmal erwachsen ist und somit sehr gefährlich werden kann. In unserer Welpengruppe und in den weiteren Kursen besprechen wir sinnvolle Kommandos und Übungen, um Jagdverhalten frühzeitig zu unterbinden.

In kritischen Situationen sollten Sie Ihren Hund immer an der Leine führen. Wenn Sie beispielsweise einen Waldspaziergang machen möchten, so sollten Sie Ihren Hund dort grundsätzlich anleinen. Sie verstoßen sonst gegen das Tierschutzgesetz und diverse andere Gesetze (Bundesjagdgesetz, Bürgerl.Gesetzbuch). Bitte beachten Sie die Wildschongebiete! Hier herrscht Leinenzwang – bedenken Sie, dass Sie mit einem sehr effektiven Beutegreifer unterwegs sind, Sie haben im Grunde ein Raubtier an der Leine….auch der kleine Chihuahua. Nehmen Sie auf das Wild Rücksicht und schützen Sie auch Ihren Hund.

Foto: www.wald.de

Ein Hund schüttet jedes Mal, wenn er irgendetwas hinterher hetzt, körpereigene Opiate aus und belohnt sich selbst (sogar bei Verfolgen der Vögel auf dem Acker, die der Hund „ja sowieso nicht erwischt“ und wobei er immer „so schön müde wird und sich bewegt“ – nein, der Hund zeigt auch hier Jagdverhalten,  er übt sich, „stolpert“ womöglich auf der nächsten Hatz über einen Hasen und steigt in die nächste Beutekategorie auf!). Mit jeder weiteren Ausübung von Jagdverhalten wird der Hund immer geübter und „süchtiger“, unabhängig davon, ob er eine Beute zu fassen bekommt, oder nicht. Unterbinden Sie bitte die Möglichkeit, zu hetzen oder zu jagen, wenn Sie einen geneigten Hund besitzen.

Was können Sie tun, wenn das Kind schon im Brunnen ist?
Suchen Sie sich professionelle Hilfe und üben Sie:
Notfallmaßnahmen, Rückruftechniken, Belohnungsvariationen
Maßnahmen zur Senkung der Erregung nach Wildsichtung,
Impulskontrolle und Rückorientierung,
Aufmerksamkeit und Beschäftigung, 
Ignorieren eines Beutetieres, Wegsehen vom Beutetier oder gezieltes Anzeigen eines Beutetiers
Alternativverhalten und Jagd "ersatz" training und viele weitere, auf Lob und Belohnung basierende Methoden - lernen Sie, ein Markersignal einzusetzen (ein gutes Timing ist besonders wichtig)!
Nicht mit Einsatz von Strafe! (Jagen ist selbstbelohnend – Sie können durch Strafe kaum dagegen an arbeiten). Bei sehr stark ambitionierten Hunden gibt es spezielle Möglichkeiten, die jedoch natürlich ohne verbotene und tierschutzwidrige Hilfsmittel oder Strafen trainiert werden können - aber bitte nur für Extremfälle und niemals ohne professionelle Anleitung!

Das Training selbst sollte für Ihren Hund angepasst und auf seinen individuellen Zustand zugeschnitten – nicht jeder Hund hat denselben Übungsstand und dasselbe Problem und nicht jeder Halter ist wie der andere.

Jetzt stehen Herbst und Winter vor der Türe, gerade im Winter reicht es einem Reh oder Hasen aus, ein, zweimal gehetzt zu werden – das Wild muss dabei nicht erwischt werden, alleine das Flüchten zehrt so an den Kräften und Reserven, dass die Tiere verenden.

Ich hoffe, dass Ihre Hunde freudig in Ihrer Nähe bleiben und dass Sie wichtiger sind, als das Wild oder Nachbars Katze, wenn Sie mit Ihrem Hund unterwegs sind – oder, dass Sie zumindest verhindern, dass Ihr Hund zum Selbstläufer wird.

Freitag, 19. August 2011

Modehunde und vom Aussterben bedrohte Hunderassen – gibt es so etwas?

Ja, es gibt sie – die „Modehunde“. In den Zwanziger Jahren waren Russische Windhunde, wie Barsois der Modehund schlechthin. Gab es vor zehn, fünfzehn Jahren hierzulande einen regelrechten Boom an Golden Retrievern, so wurden diesen im Laufe der Jahre von den Labrador Retrievern gefühlsmäßig der Rang abgelaufen. Goldies und Labis sind zu recht immer noch sehr beliebt, aber auch der Labradoodle, als angeblich idealer Allergikerhund, ist stark im Kommen. Derzeit gibt es meiner Meinung nach auffallend viele Rhodesian Ridgebacks und bei den kleineren Rassen hat z. B. der Mops in den letzen Jahren ein starkes Comeback erfahren, vom Jack Russell Terrier ganz zu schweigen. Das sind alles tolle Hunderassen und es ist schön, wenn sich die guten Eigenschaften durchsetzen. Das hängt aber auch von verantwortungsvollen Züchtern ab.

Die mir bekannten Hunde dieser Rassen sind allesamt klasse und es gibt nur einige wenige, bei welchen Auswirkungen einer zu großen Nachfrage zu sehen waren – eine zu große Nachfrage hat manchmal leider ungute Effekte auf die Zucht. Wenn eine starke Nachfrage nach Welpen einer bestimmten (Mode-)Rasse herrscht, fühlen sich oft unseriöse und nur gewinnorientiert arbeitende Züchter bemüßigt, auf den fahrenden Zug aufzuspringen – es wird ohne Rücksicht auf Verhalten und eventuelle Erbkrankheiten geradezu „vermehrt“. Das kann längerfristig die Eigenschaften einer Rasse stark verändern. Die mir bekannten Hundehalter, die einen Hund einer „Moderasse“ erworben hatten, hatten zu 98 % gute Züchter ausgewählt und besitzen tolle Hunde. Nur ein paar wenige sind an Vermehrer geraten und hatten entsprechende Probleme mit ihren Tieren. 

Wer sind die beliebtesten Hunderassen in Deutschland? Laut Welpenstatistik des VDH führt die Liste immer noch der Deutsche Schäferhund, gefolgt vom Teckel, Dt. Drahthaar, Labi und Goldie an. Recht dürftig ist es bei Pekinesen und Settern und einigen anderen.

Seit einigen Jahren bin ich Mitglied in der GEH , der Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen. Es gibt tatsächlich Hunderassen, die mehr oder weniger vom Aussterben bedroht sind. Die GEH hat eine Rote Liste erstellt. Es gibt mehrere Gefährdungskategorien, die Einteilung richtet sich nach dem Bestand an Tieren dieser Rasse.

In Deutschland sind dies in erster Linie:

Extrem gefährdet: Altdeutsche Hütehunde wie z. B. der Westerwälder Kuhhund  oder der Großspitz  – Hand aufs Herz, wann haben Sie das letzte Mal einen Mittel- oder Großspitz gesehen, vor allem einen aus einem schwarzen Farbschlag?

Stark gefährdet: Mittelspitz

Gefährdet sind: Gelbbacke, Schwarzer, Strobel, Fuchs, Tiger, Schafpudel, also auch Altdeutsche Hütehunde, der Deutsche Pinscher  und der Österreichische Pinscher – auch hier, überlegen Sie doch mal, wann Sie zuletzt einen Pinscher gesehen haben!

Auch Vieh-eV. , eine Initiative zur Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen, gibt eine Liste mit Rassebeschreibungen heraus. Hier werden auch die gefährdeten Rassen anderer Nationen gelistet, wie zum Beispiel der Otterhound für Großbrittanien.
www.mydogneeds.com

Liebe Leser, wenn Sie sich überlegen, sich einen Hund anzuschaffen bzw. sich einen Zweithund zulegen möchten, so wäre es doch toll, wenn Sie auch gefährdete Rassen mit in Ihre Überlegung einbeziehen könnten.

Als unsere alte Hündin eingeschläfert werden musste, wollte ich mir einen Schafpudel anschaffen. Dummerweise gibt es nur sehr wenige Züchter und ich wollte partout eine Hündin, so dass ich nach einem Jahr Warteliste leider nur die Wahl zwischen verschiedenen Rüden hatte. Irgendwann einmal aber wird es eine nette Hündin geben, diese wird dann meine! 


Allerdings stellt ein Schafpudel oder eben ein Altdeutscher Hütehund im Allgemeinen auch ganz besondere Anforderungen an seinen Halter – hier gibt es im Grunde nur Hunde aus Arbeitslinien. Alle Border Collie- oder Australian Shepherd -Besitzer mit Hunden aus Arbeitslinien wissen jetzt, was das bedeutet….

Warum also nicht auch einmal ein bisschen in Richtung Großspitz überlegen? Als ehemalige Hof- und Wachhunde haben sie ausgeprägte Wacheigenschaften, aber generell sind Spitze tolle und schlaue Hunde. Und sie sind meines Erachtens auch sehr hübsch anzusehen.

Hier also ein Plädoyer für all die im Laufe der Zeit fast vergessenen Rassen – es wäre schön, wenn diese wieder mehr in Mode kämen! Hier kann, da es nur noch wenige Tiere gibt, auch nicht so einfach unkontrolliert und rücksichtslos „vermehrt“ werden.

Wann darf ich den ersten Großspitz oder Altdeutschen Hüter in der Welpengruppe begrüßen?

Foto: Kurt Stahl




Mittwoch, 10. August 2011

Rückmeldung

Hallo, wir sind wieder zu Hause!

Wir waren in

am

und hatten nette Nachbarn im Ferienhaus:

Schwätzchen über den Gartenzaun

Unsere Katzen fanden die Nachbarn nicht so toll:
Pluster!
Wir sind viel gewandert

waren oft am Meer,

 kurzzeitig wie Wikinger unterwegs




und sind sogar geritten.
Es war richtig schön!



Die Praxis für Verhaltenstherapie ist wieder besetzt und alle Kurse der Hundeschule "An der Leine"  werden wieder fortgeführt.



Montag, 18. Juli 2011

Spaziergang mit Hund - was man so alles erleben kann

Sie kennen das, der Hund muss raus und man begibt sich, mit den nötigen Utensilien bewaffnet, nach draußen, um eine Runde Gassi zu gehen. Manchmal ergeben sich in der täglichen Routine doch ganz besondere Erlebnisse, die so einen Hundespaziergang sehr „anregend“ machen.

Dieser Hund gehorcht irgendwie nicht....

Mal frisst der Hund bereits anverdaute und von irgendeinem Ferkel in die Büsche an der Sportanlage abgeladene Spaghetti Bolognese – oder noch schlimmer, diese sind nicht auf dem Weg durch den Mund, sondern über andere Körperöffnungen nach draußen gelangt (mein Hund hat eine DEUTLICHE Präferenz für menschliche Ausscheidungen, wenn es darum geht, sich zu wälzen……). Für das Wälzen genügen aber auch Misthäufen, tote Mäuse, tote und schön in fortgeschrittener Zersetzung befindliche Fische, Wildkot und andere stark „duftende“ Dinge als leckeres Eau de Mief. Natürlich sehr zu meiner Freude, da ich mit dem stinkenden Hund dann den Rückweg antreten muss und definitiv einen anderen Geschmack als der Hund habe, was Düfte betrifft. Wussten Sie, dass das Wälzen, wenn es gestartet ist, als angeborenes Verhalten kaum durch Kommandos zu unterbrechen ist? Es hilft meist nur ein Wegholen. Bis heute ist sich die Fachwelt nicht ganz schlüssig, aus welchen Gründen sich Hunde wälzen und es gibt mehrere Theorien dazu (Tarnung, dem Rudel zeigen, dass es Beute gibt, Attraktivität für Artgenossen durch Duft etc.).

Ein anderes Mal erwischt man ein Pärchen beim Schäferstündchen, stört ungewollt beim Knutschen oder der Hund findet ein lecker Kondom und möchte es fressen…..wohl dem, der über ein gut auftrainiertes Abbruchsignal verfügt! 
Für Leidgeprüfte gibt es ein Lied von Georg Ringsgwandl – auf bayerisch, sehr nett:
 „Am nächst´ n Tag, bei meinem Dauerlauf, mein Hund bleibt steh´n, wo is´ er?
Nein, was für Ideen er hat, der schnüffelt an einem Pariser.
Ja, du kleines Kautschuktüterl, was hast du mitgemacht,
ich möcht nicht wissen, wie's dich gebeutelt hat letzte Nacht.
Ja, du kleines Latextüterl, gleich wird mein Hund dich fressen,
erzähl noch schnell, was du erlebt hast letzte Nacht, das tät ich gern noch wissen.“ (Georg Ringsgwandl, Armes kleines Unterhoserl, Album „Der Gaudibursch vom Hindukusch“)

Die Sportler, die vor und nach der Joggingrunde ihre Dehn- und Stretchingübungen absolvieren, sind für viele Hunde ein ziemlich irritierender Anblick. Höchst interessiert an diesen sich ganz langsam und komisch bewegenden Menschen kann man als Hund manchmal gar nicht wegsehen, weil sich der Grund für die Verrenkungen dem Tier offenbar nicht erschließt – man kann es am entgeisterten Gesichtsausdruck des Hundes erkennen. Wie auch?

Kurzweil wird auch durch aufgebrachte Kräheneltern geboten, wenn man das Junge, das versteckt irgendwo sitzt, nicht sehen kann und man selbst völlig arglos seinen Weg geht. Mutti und Vati Krähe entschließen sich dann kurzerhand zu Sturmangriffen aus der Luft und sorgen für eine kurzfristige Blutdrucksteigerung beim ahnungslosen Hundebesitzer.

Immer wieder anregend sind auch Begegnungen mit Betrunkenen; nicht umsonst ist „der Betrunkene“ ein Element aus dem Wesenstest. Betrunkene finden sich manchmal sogar auf dem Fahrrad, besonders auf Feld- und Schleichwegen, weitab von Hauptstraßen und dem eventuellen Auftauchen der Polizei, aber eben dort, wo der Hundebesitzer noch seine Abendrunde absolvieren möchte. Im ungünstigsten Falle wird sich torkelnd angenähert und lallend um eine Zigarette gebeten – jetzt Hundehalter, zeige deine vielgepriesene Souveränität und bleibe ruhig und entspannt, willst du deinem Hund ein Leitbild sein…..

Spannend sind derzeit auch die Feldhasen, die – für den Hund völlig unverständlich – gerne mal AUF DEN Spaziergänger mit Hund ZU, statt wie normal, vom Mensch und Hund WEG zu laufen und in Abhängigkeit von der Windrichtung mitunter mehrfach angesprochen / angebrüllt werden müssen, bis sie bemerken, dass von vorne Gefahr droht. Potentielle Beute hat sich doch vom Jäger wegzubewegen und nicht auf ihn zu – das macht den Hund  völlig fertig – einfach ungefragt den Plan zu ändern, sehr irritierend……

Frühmorgens, halb acht, wunderbare Luft und man ist allein mit dem Hund auf weiter Flur. Der Weg führt an einem Waldstück entlang, ringsherum Felder, Vogelzwitschern, alles schön. Markerschütternd plötzlich hässliche Geräusche, die der im Adrenalinflash befindliche Hundebesitzer sofort als Hundegebell – vermutlich Tollwut oder sonstige Tobsucht – identifiziert. Hochgradig in Wallung wird überlegt, ob man jetzt die Polizei, den Förster, die Jagdaufsicht oder das Tierheim anrufen sollte. Horchen Sie bitte hier.
Da ist man wach, das kann ich Ihnen sagen!
Weiß denn der Spaziergänger, dass die Brunstzeit beim Rehwild von Juli bis August stattfindet und dass liebestolle Rehböcke sich anhören, wie wild gewordene Hunde?

Éin klassisches Erlebnis hatte ich vor vielen Jahren. In meinem Heimatort in Bayern habe ich des Öfteren einen armen Tankstellen-Wachhund ehrenamtlich ausgeführt. Seines Zeichens stattlicher, nicht kastrierter Staffordshire-Rüde war er unglücklicherweise nicht auf Artgenossen sozialisiert und entsprechend unverträglich. So schlich ich, entfernt von möglichen Hundekontakten, mit dem guten Burschen durch das Gelände - zur Risikominimierung, da es ja nicht mein eigener Hund war, natürlich angeleint. Eines Tages näherte sich auf der anderen Seite einer Wiese ein fröhlicher älterer Herr mit einem nicht angeleinten und offensichtlich nicht folgenden kleinen Dackel, der voller Tatendrang auf uns zustürmte. Geistesgegenwärtig versuchte ich, mit dem Staffi die Flucht anzutreten und hatte das Ganze in ein kleines Laufspiel verpackt, um den Hund nicht noch auf den Rennteckel aufmerksam zu machen. Nach einer Weile des Rennens, mit dem Dackel im Schlepptau – wir hatten schon gut Strecke gemacht - rief mir der Herr über die Wiese zu, sein Hund würde nichts tun und wolle nur spielen......  Manchmal kommt man sich vor, als wäre man im falschen Film. Die Situation ist gut ausgegangen, der Staffi und ich konnten „flüchten“, aber es ist mir ein Rätsel, wie der Herr zum Eindruck gelangt ist, dass wir ebenfalls spielen wollten, wenn der massige und zehn mal so große Staffi nicht von der Leine darf und der Hundeführer mit ihm wegläuft. Die klassische „Dertutnixderwillnurspielen“-Nummer. Ich möchte nicht wissen, wie dies wohl für einen Unbeteiligten ausgesehen haben muss.....

Mal sehen, was sich in den nächsten Wochen noch so ergibt, es wird nie langweilig!

So etwas trifft man heutzutage nicht mehr



Donnerstag, 7. Juli 2011

Neues zum "Hundeführerschein"

Die Tierärztekammer Niedersachsen hat neue Informationen zum Thema Niedersächsisches Gesetz zum Halten von Hunden auf der Homepage ausgestellt.

Hier klicken.

Hier wird als ein voraussichtliches Testverfahren zum Sachkundenachweis der D.O.Q.-Test 2.0 aufgeführt. Wer sich über diesen Sachkundenachweis informieren möchte, kann sich gerne an mich wenden.

Meine Hundeschule ist registriertes Testcenter für die theoretische und praktische Prüfung.
Kosten Theorie: computergestützt: 59,50€; papierbasiert 75,00€
Kosten Praktische Prüfung: 75,00€

Für Interessierte biete ich Vorbereitungskurse an, eine Prüfung ist natürlich auch ohne Kurs möglich. Die Prüfungstermine lege ich individuell nach Absprache mit Ihnen fest.


Noch ist offen, welche Prüfungsverfahren anerkannt werden; eine Entscheidung wird in der nächsten Zeit fallen.

Dienstag, 5. Juli 2011

Neues zur Sache mit der harten Hand

Im April hatte ich einen Blogeintrag zum Thema "harte Hand" in der Erziehung von Hunden und warum dies nicht funktioniert und tierschutzwidrig ist, geschrieben. Dieser Eintrag wird sehr oft gelesen; auch jetzt noch, drei Monate später.  Die Einstellung einiger Menschen, dass Hunde / Kinder / die Ehefrau etc. ab und zu mal ein wenig körperlich und mit härteren "Bandagen" angegangen werden müssen, um zu "spuren", wird wahrscheinlich immer Thema bleiben. Leider.

Ich habe einen Blogeintrag zum Thema "Alpha-Rolle" gefunden, der mir aus der Seele spricht und den ich nicht vorenthalten möchte. Wohlgemerkt, der Artikel stammt von Polizeihunde-Trainern!

Zitat: "Use your superior human brain to work out what could have happened to make your dog feel threatened by your presence or something you did. Then work out a way to stop your dog feeling like that."

Genau, nutzen Sie Ihr hochspezialisiertes menschliches Gehirn, um zu überlegen, was Ihren Hund bedroht hat und arbeiten Sie effizient dagegen an, statt Ihre Arme, Fäuste oder Beine zu benutzen. Eben dieses Gehirn und dessen Fähigkeiten macht uns Menschen (sollte man meinen) überlegen. Diejenigen, die körperlich werden müssen, haben keine anderen Argumente und sind am Ende der Fahnenstange angekommen. Wie armselig.....
Das gilt übrigens auch für die neuerdings wieder populäreren Ohne-Lob und Belohnung-Methoden, die dann mit "Warnlauten", "körperlichen Einschränkungen" und "taktilen Signalen" arbeiten. Das sind Euphemismen für Anbölken, Blockieren und Schubsen, Zwicken und Stossen der Hunde. Rechtfertigung hierfür sei, dass Hunde dies ja ebenfalls untereinander auch so machen würden. Ja, mag sein, aber es sind die in der Situation unsicheren Hunde, die so körperlich werden - ein sicherer Hund hätte ein Anrempeln oder Körpereinsatz gar nicht nötig. Zudem bekommen wir Menschen vor Aktionen des Hundes von dessen Körpersprache oft gar nichts mit und sind, ehrlich gesagt, meist ganz bescheiden im Timing. Besteht eine gute und klare Beziehung zum Hund, so reichen leise Ansprachen völlig aus - falls es nur laut oder körperlich funktioniert, liegt in genau dieser Beziehung "Mensch-Hund" das Problem und muss geklärt werden, aber eben keinesfalls in Konfliktsituationen und mit Körpereinsatz, sondern im Alltag mit klaren und eindeutigen Regeln!

Bitte lesen und verinnerlichen! Hier klicken: Positive Police Dogs
Wahre und gut gewählte Worte, welchen es nichts hinzuzufügen gibt!

Ich rolle mich, weil ich es will!

Hund und Urlaub – was ist die beste Lösung und worauf ist allgemein zu achten?


Die Ferien stehen an und für viele Hundebesitzer stellt sich nun die Frage, was mit dem Hund geschehen soll, wenn die Familie verreist. Mitnehmen oder zu Hause lassen? Was ist besser?

Die meisten Hundehalter haben diese Frage schon vor einiger Zeit bei der Buchung der Urlaubsreise erörtert. Sehr kurzfristige Entscheidungen sind oft zum Scheitern verurteilt, falls der Hund nicht mit auf Reisen gehen soll. Die Tierpensionen sind voll, die befreundeten Betreuer sind selbst verreist und der Hund kennt andere Umgebungen oder Betreuungspersonen nicht. Die Probleme sind vorprogrammiert….
Spontanreisen sind mit Hund auch oft nicht möglich, da man vor Ort dann nach einer Unterkunft, die Hunde zulässt, suchen muss und dann aus allen Wolken fällt, wenn es keine Möglichkeiten für den Hund gibt.

Was sollte bei den einzelnen Möglichkeiten berücksichtigt werden?

a)       Der Hund darf mit auf die Reise

Foto: weltweit.urlaub.de
Nach den Ergebnissen meiner Dissertation  ist dies bei Hunden die bessere Lösung, um Verhaltensveränderungen zu vermeiden.
Verhaltensänderungen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen oder mit anderweitiger Betreuung, während die Familie verreist war, waren nach meinen Untersuchungen generell deutlich mit einem ängstlichen Wesen des Tieres korreliert.

Im Jahr der Untersuchung hatten mehr als zwei Drittel aller Hundebesitzer ihren Hund mit auf die Urlaubsreise genommen, von diesen Hundebesitzern empfanden über 60% die Reise als unproblematisch und erholsam. 24 % der Hundehalter hatten kleinere Probleme, die jedoch zu meistern waren (Nervosität des Hundes, reduzierte Futteraufnahme).
Gründe, den Hund nicht mitzunehmen, waren vornehmlich geplante Flugreisen (Flugtransporte führten nach meinen Untersuchungen übrigens sehr häufig zu Verhaltensveränderungen – besser keinen Flugtransport, wenn es vermeidbar ist).

Wichtig wäre, wenn der Hund mit in den Urlaub genommen werden soll, dass der Hundehalter in seiner Verantwortung für das Tier die Reise entsprechend sorgfältig plant und auch nach den Bedürfnissen seines Hundes ausrichtet.

Hierzu gehören neben der Wahl eines geeigneten Urlaubsortes, einer geeigneten Unterkunft und einer geeigneten Reiseart (kein Trekking durch die Wüste o.ä.) vor allem Informationen zu Einreisebedingungen und einem Tierarztbesuch (Impfung, Chip, Prophylaxe von reiserelevanten und landestypischen Infektionskrankheiten und Parasitosen, Pheromonhalsbänder oder Zerstäuber für Fahrt und neue Umgebung).
Weiterhin sind in der Planung die Wahl des entsprechenden Transportmittels und die eventuelle medikamentelle Beeinflussung des Transports sowie die Gewöhnung an das Fahrzeug bzw. die Box, Informationen zu klimatischen Verhältnissen und die Besonderheiten der Thermoregulation bei Hunden zu berücksichtigen (Hunde können nicht schwitzen, sie kühlen sich durch Konvektion beim Hecheln – bestehen hohe Temperaturen und gleichzeitig eine hohe Luftfeuchtigkeit, kann der Hund nicht mehr hecheln bzw. sich kühlen, besonders heftig im Sommer im Auto).

Futtermittel sollten prinzipiell mitgeführt werden, damit eine Ernährungsumstellung umgangen werden kann (Vermeidung von Durchfällen). Der Schlafkorb oder die gewohnte Decke sollten ebenfalls mitgenommen werden, um die Anpassung an die neuen Gegebenheiten zu erleichtern.

Achtung: Hunde dürfen in der Regel nur auf speziellen Hundestränden toben; bei Sightseeing-Aktivitäten und in Restaurants können Hunde oft nicht mitgeführt werden. Die Vorschriften zu Leinen- und Maulkorbpflichten (das Tragen eines Maulkorbs sollte unbedingt vorher in kleinen Schritten antrainiert werden) des jeweiligen Urlaubslandes sollten beachtet werden.
Vorsicht am Strand – führen Sie Trinkwasser mit und sorgen Sie für Schatten. Bei langen Autofahrten sind entsprechende Pausen einzulegen.

Diese allerwichtigsten Aspekte sollten auf jeden Fall bereits in die Reiseplanung mit einbezogen worden sein.
Ihr Tierarzt stellt Ihnen auch bestimmt gerne eine Reiseapotheke für den Hund zusammen.

b)       der Hund bleibt im Heimatland



Ein Drittel der Hundehalter aus meiner damaligen Untersuchung hatte den Hund nicht mitgeführt. Fast die Hälfte dieser Hunde wurde bei Freunden oder Bekannten und Verwandten für die Dauer der Reise der Besitzer untergebracht. An zweiter Stelle stand die Versorgung durch Tierpensionen, weitere Möglichkeiten bestanden in der Unterbringung im Tierheim als Pensionshund, aber auch beim Züchter (einige Züchter bieten diesen Service an). Leider hatte sich nur ein Drittel der Urlauber, die den Hund nicht mitgenommen hatten, vorher genauer über die Unterbringungsmöglichkeiten im Heimatland informiert und diese auch besucht oder sich einen Eindruck verschafft.
Bei über zwei Drittel der in Deutschland verbliebenen Hunde ergaben sich nach der Rückkehr der Besitzer keinerlei Auffälligkeiten im Verhalten.
Ein Viertel der nicht mitgenommenen Hunde waren über zirka zehn Tage verstört, bei einem Fünftel aller im Heimatland verbliebenen Hunde gab es nach der Rückkehr Probleme mit dem Grundgehorsam (das kennen wir ja alle, kaum trainiert man mal eine Woche nicht, hat man wieder gut zu tun…..). Bedeutend war, dass fast ein Fünftel der Hunde, die nicht mitgenommen wurden und Verhaltensauffälligkeiten zeigten, eine Trennungsangst entwickelten. Weitere Adaptationsprobleme ergaben sich durch Depression und Hemmung sowie deutlich reduzierte Futteraufnahme (für zirka vier Tage) bei rund einem Zehntel der Hunde.
Körperliche Erkrankungen zeigten sich durch Durchfall und Erbrechen, Husten und Ohrentzündungen.

Auch wenn der Hund nicht mit in den Urlaub fährt, sollte ein tierärztlicher Check vor der Abreise der Familie erfolgen. Eventuell muss die Impfung aufgefrischt werden (in Tierpensionen herrscht oft ein hoher Infektionsdruck), der Hund muss entwurmt werden oder benötigt Medikamente, die die Betreuer verabreichen müssen.
Ganz wichtig ist, dass bereits längere Zeit vor der Reise die alternative Betreuungsmöglichkeit ausprobiert und getestet werden sollte. Der Hund sollte, wenn er von Bekannten oder Verwandten versorgt wird, Gelegenheit haben, diese Personen und die Gegebenheiten in der neuen Umgebung vorher kennen zu lernen und auch einmal für einige Zeit ohne seine Besitzer dort bleiben dürfen – einfach, um zu sehen, ob es gut klappt und wie die Betreuung mit dem Hund klar kommt. Die Betreuungspersonen sollten natürlich auch die Eigenheiten des Hundes kennen. Besonders gut ist es, wenn die Urlaubs“vertretung“ den gewohnten Tagesablauf des Hundes und die Fütterungszeiten beibehält.

Tierpensionen oder Tierheim-Pensionsplätze sollten unbedingt vorher getestet und besucht werden. Achtung, wenn Sie nicht in die Anlage dürfen, stimmt in der Regel etwas nicht. Sie sollten alles genau ansehen dürfen und das Personal sollte auf Ihre Fragen offen und ehrlich antworten. Bitte achten Sie auf den Abschluss eines korrekten Pflegevertrags!

Geben Sie Ihrem Hund die gewohnte Decke und das Körbchen sowie sein reguläres Futter mit. Sie können die Umstellung auch durch Pheromone (z. B. D.A.P. – Halsbänder oder Zerstäuber) erleichtern.

Abschließend lässt sich sagen, dass man Hunde besser auf eine gut geplante und auch auf die Bedürfnisse des Hundes ausgerichtete Reise mitnehmen sollte. Da Hunde hochgradig an das Zusammenleben mit uns Menschen angepasst sind und jeder Hund sein eigenes kleines „Rudel“ hat, ist das Mitnehmen die bessere Lösung, wenn Verhaltensprobleme vermieden werden sollten. Bleibt der Hund zurück, so sollte dies frühzeitig in der Planung berücksichtigt werden, da auch hier Vorbereitungen zu treffen sind.

Vroni darf dieses Jahr zum ersten Mal mit uns verreisen, wir sind gespannt, wie es wird! Ich freue mich über Berichte, wie Ihr Hund Ihre Urlaubszeit überstanden hat, ob er mit in den Urlaub durfte oder zu Hause versorgt wurde.

Für alle, die in wärmere Regionen verreisen, hier noch Informationen zu „Tropenkrankheiten“ im Ausland  und zum Sticker-Sarkom

Viel Spaß in der Ferienzeit!